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Quiet Time

Vielleicht hat sich der ein oder andere gefragt, weshalb ich mich nach meinem letzten Beitrag und nach einer ziemlich aktiven Phase praktisch nicht mehr gemeldet habe. Häufig erinnerte ich mich an den Text eines speziellen Beitrags – ich meine ich hatte ihn auf Instagram gelesen: „Wer gärtnert, muss immer mit Rückschlägen rechnen.“ 

Ich hatte trotzdem nicht wirklich daran geglaubt, dass uns die diese Rückschläge treffen würden; falls doch, dann rechnete ich mit einer eingegangenen Paprika auf meiner Fensterbank. 

Anfang Oktober sind unsere vier Hühner schwer krank geworden. Es folgten dunkle Herbstwochen mit Tierarztbesuchen, Sorgen und Tot. Seither war mir einfach die Lust vergangen, weiter über den Garten zu schreiben. Ich dachte mir sei bewusst, dass Hühner schon auch mal krank werden und sterben könnten; aber irgendwie hatte ich mir eingebildet, ich könnte sie beschützen. Und so hat es uns „eiskalt erwischt“.  Bisher hatten wir noch nie ein Haustier verloren. 

Mit diesen Ereignissen ist mir die Lust am Schreiben und bloggen über das Thema Garten ziemlich vergangen. Trotzdem muss es ja doch immer irgendwie weiter gehen. Langsam beginnt die zweite Saison in unserem Garten; doch verglichen mit dem letzten Jahr, als wir unser Projekt gestartet haben, hat sich schon jetzt alles verändert… 

Mit 230km/h zurück zum Huhn

Der Tagesrhythmus des Hühnerhalters hat zwei feste Termine:

  1. Das morgendliche Aufstehen. Zu Sonnenaufgang wollen die Hühner nämlich aus dem Stall. Außerdem fülle ich morgens immer Wasser und Futter nach. Wenn man sich verspätet, sind die Hennen schlecht gelaunt und schimpfen.
  2. Das abendliche Abschließen des Stalls zu Sonnenuntergang. Unbedingt wichtig. Ungeschützt wird es für die Hühner nachts gefährlich. Viele Feinde warten nur darauf, unsere Familienmitglieder zu essen. Besonders der Marder. Bisher habe ich hier zwar noch keinen Marder gesehen, aber ich glaube er kooperiert mit dem schwarzen Eichhörnchen und lauert auf seine Chance. Ich will es lieber nicht darauf ankommen lassen.

(Keine) Flexibilität: Die automatische Hühnerklappe (klappt nicht)

Wir haben uns extra eine automatische Hühnerklappe und Kameras zum Hühner gucken gekauft. Eigentlich hatte ich gehofft, dass die Klappe und die Hühner, sozusagen im Team, die Punkte 1 und 2 gemeinsam erledigen, sodass ich nur noch einmal täglich Essen bringen und Scheisse aus dem Stall sammeln muss.
Leider funktioniert die Klappe nicht so, wie ich das gerne hätte. Entweder klemmt sie und fährt nicht herunter, oder sie schließt zu früh, bevor alle Hennen im Stall sind. Das ist übrigens ein echt witziges Bild, wenn sich ein Hühnerstau vor der geschlossenen Metallplatte bildet – auf das ich trotzdem gut verzichten könnte.
Ab und an funktioniert die Klappe dann auch mal zur Abwechslung korrekt. Etwa in einem von vier Fällen.

Ich schließe den Hühnerstall dann doch immer mit der Hand

Nachdem die Hühner direkt am Haus leben, ist es für mich ja auch kein Problem, morgens und Abends nach den Hennen zu sehen. Ich schließe dann noch das Gatter zum Stall und die Holzklappe dann eben von Hand.

Problematisch wird es jedoch, wenn Dich exogene Faktoren aus dem Rhythmus bringen. In den letzten zwei Monaten war das meistens der Spießhausener Nachbarschaftsstreit, der kurz nach unserem Einzug ausgebrochen ist. Vielleicht werde ich auch darüber einmal berichten…

Dienstagnachmittag im September…

Völlig entnervt hatten meine Freundin und ich uns einen Nachmittag von der zuweilen unerträglichen Hochglanz-Idylle der Spießhausener Vorstadt-Wohnsiedlung freigenommen und sind auf Erkundungstour in die naheliegende Einöde gefahren. In einer Land-Pizzeria bei einem Schoppen (für mich als Fahrer alkoholfrei) begannen wir, endlich wieder zu relaxen und zu vergessen und realisierten nicht, dass die Sonne immer tiefer nach Westen fiel und allmählich hinter den blauen Bergen unterging….

19:15 Uhr Ich denke an die Hühnchen und freue mich, weil ich mich immer freue, wenn ich an sie denke.
19:16 Uhr Ich bemerke die Uhrzeit und den Sonennstand, die Pizza ist noch nicht am Tisch…
19:16 Uhr Ich schalte die Kamera ein und beginne zu hoffen, dass die Klappe heute ausnahmsweise mal korrekt herunterfährt
19: 16 Uhr Mein Blick scannt den Provinzbiergarten nach dem Kellner. Ich überlege, wie schnell wir die Pizza essen und wie weit wir wohl von zuhause entfernt sind (ca. 65 km – 40 Minuten Fahrzeit). Der Kellner rennt herum, hat aber keine Pizza in der Hand.
19:17 Uhr Wir überlegen, ob wir es drauf ankommen lassen und einfach hoffen, dass der Marder heute seinen freien Tag hat. Ich starre dabei auf die Kamera und sehe das letzte Huhn in den Stall watscheln. Zurück bleibt das dunkle Loch, das die automatische Hühnerklappe in 10 Minuten verschließen sollte.
19:19 Uhr Freundin: „Komm wir fahren heim, Du kriegst Dich ja schon jetzt vor Nervosität gar nicht mehr ein.“
19:20 Uhr „Können Sie die Pizza einpacken, sonst sterben die Hühner?“
19:25 Uhr Wir sitzen im Auto.
19:26 Uhr Die Freundin schmollt.
19:30 Uhr Die Klappe schließt. Nicht.
19:32 Uhr Ich erreiche die Autobahn, fahre auf die linke Spur und trete aufs Gas. Den „verantwortungsvollen“ Blick auf die Webcam delegiere ich an meine Freundin.
19:40 Uhr Ich bremse nicht (190 km/h)
19:50 Uhr Ich bremse nicht (230 km/h)
20:05 Uhr Wir sind zuhause. Die Hühner leben noch.
20:06 Uhr Ich schließe die Klappe
20:07 Uhr Die Pizza ist kalt.
20:10 Uhr gestorben ist an diesem Dienstag im September nur die gute Laune, und die wurde sowieso schon am Mittag künstlich beatmet. So hatten wir alle noch mal Glück im Unglück.


Tomaten im Topf: Kies als Drainage / Grundierung vorm Pflanzen unbedingt erforderlich

Eine Grundierung mit Kies, Steinchen, Blähton oder Lavalmulch ist als Drainage erforderlich für ein gesundes Wachstum der Tomatenpflanze. Die Frage: Ist es schlimm, wenn keine Schicht Kies unter der Erde liegt, kann ich nun mit DEFINITIV beantworten. Einige Fotos aus meinem ungewollten selbst-Experiment lege ich bei.

Weil meine Tomatenzucht ungewollt heftige Ausmaße angenommen hat, musste ich einen Großteil der jungen Pflanzen in Töpfe einsetzen. In der ersten Runde, in der ich einen Teil der rund 100 ohne eine schützende Schicht Kiesel einfach in Eimer gesetzt, in die ich mit dem Taschenmesser Löcher gebohrt hatte. Die Eimer kann man für etwa einen Euro günstig im Baumarkt oder bei Amazon kaufen. Ich habe Eimer mit 12 Liter Maximalfüllung gewählt. Das hat sich als ausreichend erwiesen. Tomaten, die in kleineren Eimern / Töpfen stehen, wachsen zwar auch, müssen aber häufiger gegossen werden und sie werden nicht so groß. Die Eimer sind aber keine echten Schmuckstücke. Nun ist es meine erste Tomaten-Saison, und deshalb wusste ich anfangs noch nicht, dass eine Schicht aus Kieseln, Sternchen oder Sand am Boden des Eimers hilft, ungewollte Staunässe zu vermeiden. Wird schon nicht so schlimm sein, dachte ich noch vor einigen Wochen, nachdem ich mir die wichtige Info ergoogelt hatte.

Am Besten nutzt man als Grundierung am Boden des Topfes ein bis zwei Schichten Blähton oder Lavamulch.

Ich habe mit dem günstigeren Lavamulch sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei meiner Menge an Tomatenpflanzen musste ich schon auf den Preis achten. Repliziert mit dem Faktor 100 schlagen auch kleinere Erhöhungen bei Materialien ziemlich durch.

Nach kurzer Zeit ohne Drainage: Keine Probleme

Ich habe auch nachgesehen: In einem Topf, in dem die Tomate nicht angewachsen war, habe ich die Nässe im Bodenbereich überprüft. Die Erde war etwas schmierig, aber (noch) nicht schlimm.

Keine Drainage: Nach einigen Monaten deutlicher Unterschied beim direkten Vergleich

Einige Wochen weiter, meine Tomaten sind jetzt hoch gewachsen, lässt sich doch erkennen, dass die fehlende Grundierung sehr wohl SCHLIMM ist. Betrachtet man ein Foto meines Tomatenwaldes, lässt sich genau erkennen, bei welchen Pflanzen ich die schützende Kiesgrundierung verwendet habe, und welche Pflänzchen ohne Grundierung eingesetzt wurden.

Hier die Tomaten in den Töpfen mit Drainage. Ich habe Lavamulch genommen, etwa zwei Fingerbreit dicke für die Schicht

Die Tomaten, bei denen ich eine Drainage mit Blähton oder Lavamulch angelegt habe, sind groß gewachsen, buschig und grün. und wirken gesund. Die Tomaten, die in den Töpfen ohne Drainage stehen, sind zwar auch „irgendwie“ gewachsen und tragen sogar Früchte, aber man merkt den Pflanzen an, dass es ihnen nicht wirklich gut geht: Die Pflanzen sind weniger buschig und wirken gelblich-ungesund. Außerdem bilden sich Pilze auf der Erde.

zum Vergleich: Die Tomaten in den Töpfen ohne Drainage

Wass soll ich tun, wenn ich die Grundierung mit Kies vergessen habe?

Im Nachgang würde ich auf diese Frage empfehlen, die Tomaten aus dem Topf / Eimer herauszuheben und die Grundierung nachträglich einzufügen, wenn die Tomatenpflanze noch nicht zu groß gewachsen ist und beim Herausheben / Umtopfen aufgrund ihrer Größe vermutlich kaputtgehen würde. Mir ist aufgefallen, dass sich Tomaten recht gut und schmerzfrei umtopfen lassen.

Ein netter Baumarkt-Verkäufer hat mir empfohlen, Lavalmulch zu nutzen. Lavamulch ist deutlich günstiger, als Bähton oder Kiesel.

Wachsen Tomaten, wenn ich keine Grundierung im Topf habe?

Die Tomatenpflanzen wirken gelblich und ungesund, aber sie tragen dennoch ebenfalls Tomaten, wenn auch nicht so viele. Ob die Tomaten der Pflanzen ohne vor Staunässe schützende Grundierung reif werden oder anders schmecken, werde ich berichten, wenn es soweit ist. Im Moment „leben“ sie aber noch…

Hochdruckreinigen macht Spass!

Meine Terrasse ist gefühlt und tatsächlich ein Jahrzehnt nicht geputzt worden. Das konnte man bis gestern leider auch sehen. Mich hat das irgendwie nie so richtig gestört – bis zu meiner Garten-Phase war ich nicht so der Terrassenmensch. Auch jetzt bin ich noch kein Terrassenmensch. Ich sitze nicht auf der Terrasse, sondern vor dem PC.

Aber als mich mein Freund Ralf letzte Woche nach ewigen Zeiten wieder Einmal besucht hat. „Sieht das abgeranzt aus“, meinte Ralf. Ralf ist übrigens der Standard-Terrassenmensch. Ich spüre grundsätzlich in meinem Freundeskreis eine auffallende Korrelation zwischen „Terrassenmenschen“ und „Rauchern“. Oh Wunder. Man muss Ralf jedoch zugute halten, dass er schon ein Weilchen nicht mehr raucht. Aber ich schweife ab.

Jedenfalls hat mich der Ausspruch derart geärgert, dass ich mir einen Hochdruckreiniger geliehen habe und diese Terrasse gestern von oben nach unten, von links nach rechts, gedruckreinigt habe. Hochdruckreinigen ist eine Aufgabe für echte Männer wie mich. Es ist laut, man wird nass und das Gerät sieht aus wie eine Pistole. Ich überlege gerade, was ich als nächstes hochdruckreinige. Unsere Spülmaschine hat ja leider nicht so viel Power. Vielleicht werde ich die Teller in der nächsten Zeit mit dem Hochdruckreiniger vorspülen. Aber erstmal kommt der Gartenweg dran. Ich habe schon mal ein paar Steine testweise ausprobiert. Erkenntnis: Die Steine des Gartenwegs hatten ursprünglich wohl eine ganz andere Farbe. Vielleicht reinige ich auch mal Ralfs Auto. So als Überraschung. Von Außen und von Innen.

Mein Fazit: Ich kann Hochdruckreinigen jedem nur empfehlen. Jeder echte Mann sollte mindestens mal 3-4 Stunden im Jahr hochdruckreinigen, um sich seiner ganzen Männlichkeit bewusst zu werden.

Baumarkt: Bin ich der Hornbach- oder der Toombaumarkt-Typ?

Bis zu diesem Jahr war ich praktisch nie im Baumarkt. Hornbach kannte ich bestenfalls von meinen Fahrten zu Ikea, um kostenlose Drinks mit der Ikea-Family-Card abzugreifen. Da war der Hornbach direkt daneben. Dann hab ich mir immer diese „ganzen Kerle“ angesehen, wie sie brünftig zu Hornbach trabten, und ihr Mann-sein voll auslebten. Halt Stopp: Gerade erinnere ich mich, dass ich mal bei Hornbach Feuerholz zum Grill-anfeuern kaufen war… naja. Eigentlich wollte ich Feuerholz kaufen. Dazu kam es leider nicht, weil ich einem echten Mann den Parkplatz geklaut habe. Kennt Ihr das, wenn zwei Parkplätze in einer Reihe frei sind, und du fährst einfach über den Ersten durch zum nächsten. Parkplatz Ich steige also aus, da kommt der kleine Kerl wild gestikulierend auf mich zu. Nachdem ich ihn noch ein bisschen provoziert hatte, wollte er mich schlagen. Da bin ich schnell weggefahren, und habe empört meine Freundin angerufen.

Okay, das war jetzt ein Schwank aus meinem Leben vor Garten, und vor Umzug. Mit dem Umzug hat es dann angefangen. So ein Baumarkt hat schon verdammt viele nützliche Sachen. Fußleisten zum Beispiel. Und Laminat im Angebot, das 4x so teuer ist, wenn man die Kasse erreicht hat, weil sie pro Quadratmeter quotieren und nicht pro Packung.

Bei uns in der Ecke gibt es zwei Baumärkte: Hornbach und Toombaumarkt. Irgendwie war Hornbach immer zuerst auf der Liste, obwohl Toombaumarkt netteres Personal hat und nicht so überlaufen ist. Hornbach hat ja eigentlich gar kein Personal – das dachte ich zumindest. Dann klärte mich ein Freund erstmal auf über das Baumarkt-Mitarbeiter-Tier. Mein Freund ist auch so ein ganzer Mann! Ich darf seinen Namen nicht verraten, deshalb nenne ich ihn Joe (als Arbeitstitel). Joe meinte also zu mir: „Du musst sie gut suchen. Der Baumarkt-Mitarbeiter ist ein scheues Tier, das sich gerne hinter Pressholzplatten versteckt.“ Nachdem ich das wusste, ging es leichter. Aber laut Rufen bringt beim Baumarkt-Mitarbeiter-Tier leider nichts. Aber nach dem dritten Besuch hatte ich es dann raus. Nicht laut „Entschuldigung, können Sie mir mal helfen?“-rufen, sondern einfach anfangen, Dinge mehr oder weniger wahllos herunter und umzuwerfen. Dauert zwar immer noch 2-5 Minuten – das ist aber auch klar, weil das Baumarkt-Mitarbeiter-Tier den Schall langsamer verarbeitet, als herkömmliche Lebewesen (meint Joe), aber dann kommt auch jemand und hilft Dir. Und sie sind dabei sogar ganz nett und halbwegs kompetent.

Inzwischen bin ich „gern gesehener“ Kunde in unseren beiden Baumärkten. Vielleicht werde ich nächstes Jahr Mal etwas riskieren und bei OBI einkaufen. Aber im Moment bin ich mit Toombaumarkt und Hornbach zufrieden. Gerade finde ich heraus, warum Toombaumarkt grundsätzlich leerer ist, als Hornbach. Vielleicht liegts an den Preisen, aber so viel teurer schien er mir gar nicht:

Am Mittwoch wollte ich noch schnell Erde und Töpfe kaufen für meine Tomaten. Leider habe ich ein paar zu viele Tomaten gezüchtet. Aktuell sind es rund 80 Pflanzen. Weil ich keinen Bock habe, den halben Garten umzugraben, pflanze ich sie in Töpfe. Aber weil Töpfe teuer sind, nehme ich einfach Eimer und bohre ein Loch rein. Der Hornbach war am Mittwochmittag einfach mal bis auf den letzten Parkplatz voll. Ich so: es muss eine andere Lösung geben. Also Toombaumarkt. Übersichtlich leer und ich habe 12-Liter-Eimer für 1-Euro das Stück bekommen. Und dann habe ich noch Gurken gekauft. Meine Gurken sind nämlich leider erfroren. Und Salat. Der Schmeckt mir auch. Und noch ne Hacke und ein Paar andere Sachen, die ich jetzt vergessen habe. Jedenfalls habe ich bisschen mehr als 50 Euro bezahlt. Ich das jetzt gar nicht sooo teuer für den ganzen Kram, den ich gekauft habe.

Und auf dem Rückweg habe ich mich dann gefragt: Bin ich eigentlich der Hornbach oder der Toombaumarkt-Typ? Ehrlich gesagt bin ich mir gerade wirklich nicht sicher.

Brauche ich ein Gewächshaus?

Die Frage, ob ich ein Gewächshaus „brauche“ erübrigt sich nach dieser klimatischen Horrorwoche, in der die Eisheiligen ihr böses Gesicht gezeigt haben. Trotz angenehmen 19 Grad und Sonnenschein am Freitagnachmittag ist es es noch nicht vorbei!

Inzwischen sind für mich die Vorteile eines Gewächshauses so klar, dass eigentlich kein Zweifel mehr bestehen sollte, mir schnellstens ein Glashaus für die Pflanzen anzuschaffen. Wenn Ihr mal junge, gerade pikierte Tomaten eine Woche lang morgens aus der Garage heraus und abends wieder in die Garage hineingeräumt habt, wisst Ihr, wovon ich rede.

Tomatenpflanzen pikierte Tomaten auf Tabletts Eisheilige Gewächshaus Kaufargument für Gewächshaus
Das ist meine Tomatenkolonie. Wegen der Kälte an den Eisheiligen habe ich sie jetzt jeden morgen um 9:30 Uhr aus der Garage rausgestellt und Abends wieder zurück geräumt. Ein Spaß. Aber bisher haben alle Pflanzen bis auf eine überlebt… Also haben fast alle Tomaten überlebt…

Doch damit nicht genug. Mein Stinkfinger-Kürbis am Dachfenster wächst und wächst. Da oben sind die Licht und Wärmeverhältnisse genau so, wie sie in einem Gewächshaus auch wären. Im Vergleich sehen die (wie ich jetzt weiss zu früh) ausgesägten Kürbisse und Zucchini im Beet echt kümmerlich aus. Die Gurken sind alle erfroren im Hochbeet. 😦

Kaufargumente: Meine Vorteile beim Kauf eines Gewächshauses

  • Mehr Platz für die jungen Pflanzen
  • Man kann auch im Winter Pflänzchen ziehen
  • die Vögel fressen die Jungpflanzen nicht an
  • Frostschutz gegen die bösen Eisheiligen
  • Wenn es mal steht UND man es erfolgreich nutzt, kann man wirklich gut mit dem Gewächshaus angeben! (siehe Garten, Bio- und Öko-Influencer bei Instagram)

Meine Nachteile bei der Anschaffung eines Gewächshauses

  • Hoher Anschaffungspreis für ein Hobby (gerade für mich, weil ich noch neu bin)
  • –> ergo: Gewächshaus amortisiert sich erste in einigen Jahrern
  • Gewächshaus benötigt Platz, den man anders nicht mehr im Garten nutzen kann – besonders bei einem kleinen Gemüsegarten ist das vielleicht ein Todschläger
  • Man muss das Gewächshaus selbst aufbauen
  • Man muss die Scheiben putzen!
  • Benutzt man das Greenhouse nicht für Pflanzen, wird man es wahrscheinlich – wie Garagen und unbenutzte Pools – mit Unnötigkeiten zumüllen und sich so bei den Nachbarn blamieren.

Die Kostenfrage: Ein Gewächshaus ist teuer!

Ich scheue besonders die Kosten, die der Kauf eines Gewächshauses verursachen würde. Als ich auf die Idee gekommen bin, mir ein Gewächshaus zu kaufen, habe ich mich – wie jeder normale Mensch – erstmal gefragt, ob das überhaupt preislich erschwinglich ist. Wie teuer ist ein gutes Gewächshaus?

Google hilft, wie bei den meisten, meiner Probleme. Man wird ja schnell fündig: Im Anschaffungspreis für ein Gewächshaus, in das halbwegs was rein geht (also 7 -13 Quadratmeter Grundfläche) , komme ich bei den günstigsten Angeboten auf 450 Euro, die teuren Angebote kosten schnell mal 800 Euro. Ich bin mir eben für mich selbst noch nicht so ganz sicher, ob diese Gärtnerei / dieses Anbauen dauerhaft betreiben werde, oder es mich nach einer Saison vollständig demotiviert hat. Dann kaufe ich ein Gewächshaus, baue es mühsam auf und dann steht es da und die Nachbarn beeumeln sich, weil weder im Gewächshaus, noch im Garten was gescheites wächst. Schlimmstenfalls hat man das unbenutzte Greenhouse dann noch mit altem Gerümpel zugemüllt, was die Erscheinung noch einmal ungepflegter macht.

Andererseits bekommt man, einmal den Preis bezahlt, ein echt hilfreiches Tool für den Gemüsegarten, das keine weiteren Folgekosten verursacht und die Fensterbänke im Haus wirklich entlastet.

Kaufargument für das Gewächshaus – Platz: Die Fensterbank reicht nicht mehr für die ganzen Pflänzchen…

Besonders der (nicht vorhandene) Platz ist für mich ein echtes Kaufargument: Auf der meinen Fensterbänken reicht der Platz schon lange nicht mehr. Wenn ich auf Instagram über die Gartenblogs surfe, hat jeder Zweite Gärtner ein hübsches Gewächshaus. Manche Gewächshäuser sind sogar wirklich groß. Aber ich habe auch das Gefühl, die betreiben diese Gärtnerei ernsthafter als ich. Und wenn man muss, macht es auch irgendwie keinen Spaß mehr, oder?

Und braucht man für ein Gewächshaus eigentlich eine Baugenehmigung?

Was denkt Ihr denn, sollte man so früh so viel Geld in ein neues Hobby investieren?

Ich bin wirklich unschlüssig…

Naja, ich werde Euch demnächst mal berichten, wie ich mich entschieden hab.

Posthum Gurken.

Der Stinkefinger-Kürbis

Auf meiner Fensterbank steht eine Kürbispflanze. Eigentlich thront der Kürbis auf dem Fensterbrett. Er ist schon fast 30 Zentimeter hoch und ich habe sie selbst gezogen. Das Besondere an diesem Kürbis:
Als ich seine Brüder und Schwestern vor zwei Wochen ins Beet eingepflanzt habe, war er noch klein und schwach und deshalb habe ich ihn erst einmal im Plastikbecher behalten.

Bei diesem Kürbis stimmt das Sprichwort: Die Letzten werden die Ersten sein.

Nachdem die Eisheiligen dieses Jahr schlimm wüten, sind seine Brüder und Schwestern im Beet einfach viel weniger gewachsen als er. Der Kürbis hat sie alle überholt. Er steht auf der sonnigen, warmen Fensterbank, von der er das Beet immer sehen kann, in dem die anderen Kürbisse gerade frieren.

Und mit ein bisschen Fantasie stelle ich mir dann vor, wie er von seinem Fenster hoch oben auf die anderen, frierenden Kürbisse im Beet herunterschaut und ihnen den Stinkefinger zeigt, weil sie ihn früher – als er noch klein und schmächtig war – immer geärgert haben…

Und die Moral: Freue dich, wenn du in einem warmen Gebäude mit Gas-Wasser-Versorgung wohnst und nicht in einem Blumenbeet.

Eisheilige bringen Bodenfrost und Eiswind: Jetzt wird’s ernst für Gurken, Kürbis und Zucchini

Mein Kampf gegen die Eisheiligen dauert noch immer an. Für Montag und Dienstag wurde Bodenfrost gemeldet. Natürlich habe ich keine Abdeckplane für meine Pflanzen. Gestern habe ich meine frisch pikierten Tomaten auf Tabletts in die Garage geräumt. Bei den Pflänzchen im Boden geht das nicht so einfach. Deshalb habe ich Pflanztöpfe über sie gestülpt. Das war auch irgendeine Empfehlung, die ich bei YouTube gesehen hatte. Nun habe ich aber nicht mit diesem eisigen Wind gerechnet. 5 Töpfchen waren heute morgen weggeblasen und 3 Stengel von meinen ohnehin sorgenbehafteten Gurken umgeknickt. Klar, der Wind…

Wenn ich ein wenig Geld gespart habe, werde ich mir wohl ein Gewächshaus zulegen. Und in Zukunft auch nicht mehr vor den Eisheiligen Pflanzen aussetzen. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer.

Also Pflanzenmäßig bin ich jedenfalls ziemlich froh, wenn diese Woche vorbei ist und es hoffentlich bald wieder wärmer wird….

Was ist eigentlich ein „Männergarten“?

Neulich wurde ich auf Instagram gefragt: Was ist denn eigentlich ein Männergarten? Bis ich angefangen habe, diesen Text zu schreiben, dachte ich, „Männergarten“ sei eine einzigartige Wortschöpfung von mir selbst. Aber wenn Du dann mit dem Recherchieren beginnst, den Terminus „Männergarten“ in google klopfst und Wikipedia liest, wirst Du schnell eines besseren belehrt: Als Männergarten versteht man landläufig wohl eine Art „Abladestation“ für Männer, während Frauen Shoppen gehen. Also ein Bälleparadies für männliche Wesen, die alt genug zum Biertrinken sind.

Meine eigene Definition vom Männergarten

Insofern muss ich meine Definition eines Männergartens vom offensichtlich allgemein gültigen Begriff abgrenzen: Bei der Wortschöpfung – die wie ich jetzt weiss, gar keine Wortschöpfung war – hatte ich folgendes im Sinn: Ich wollte mein Gemüsebeet / meinen Garten im Vergleich zu Instagram-Beauty-Gartenbloggern absetzen. Für mich ist wichtig, dass die Tomate wächst; nicht dass mich der Weg aus hübsch-weissen Steinplatten schnurgerade dorthin bringt. Und wenn ich abends mein Zeug gegossen hab, schmeiss ich meine Gießkanne einfach auf die grüne Wiese. So ist das! Und das ist mein Männergarten. Hoffentlich ernte ich jetzt aber auch bald mal die dicksten Kartoffeln!

Viele Grüße, Euer Bob-baut-an.

Perfekte Glut: Wieviele Schichten beim Grillen mit Holzkohle?

Grillen im Garten gehört für mich im Sommer einfach dazu. Ich bin der Holzkohle-Grilltyp! Mit Gas zu grillen könnte ich mir für mich nicht vorstellen und ’nen Elektrogrill schon gar nicht. Aber versteht mich jetzt bitte nicht falsch: Ich verurteile Euch nicht, wenn Ihr einen Elektrogrill nutzt, aber für mich kommt einfach nur Holzkohle beim Grillen in Frage.
Aber Grillen mit Holzkohle ist – glaube ich – auch leider am Schwersten. Seit längerem bastele ich nun schon an der „perfekten Glut“.

Die Glut beginnt ja schon beim Anzünden – eigentlich schon davor beim Schichten der Kohle. Da erzählen immer alle, man müsste die Grillanzünder nur unten platzieren, damit die Kohlebriketts von unten nach oben durchglühen. Für mich funktioniert es aber besser, wenn ich die Anzünder zwischen die Briketts stecke…

Sollte man Flüssiganzünder nehmen?

Das Grillen hat für mich mit meiner Freundin vor einigen Jahren begonnen. Sie hatte einen netten kleinen Garten, in dem wir im Sommer gegrillt haben. Ersteinmal habe ich zum Anzünden flüssigen Anzünder genommen. Funktioniert hat es ganz gut, aber das Grillgut hat häufig nach Spiritus geschmeckt. Irgendwann wurde mir klar, dass das vielleicht nicht besonders gesund ist.
Deshalb habe ich dann umgestellt und unseren grill ziemlich lange mit Holz angefeuert. Das hat besonderen Spaß gemacht, weil Holz so schön brennt. Aber der Nachteil war, dass es zu schnell zu heiß wurde und die ich oft kaum noch grillen konnte, weil das Grillgut einfach sofort verbrannt ist.

Welche Grillanzünder sollte man nehmen?

Also den flüssigen Grillanzünder verbannen wir ja alle kollektiv als unprofessionell, chemisch und überhaupt nicht stilecht. Deshalb habe ich mich beim Grillen ja auch zurück zu Zündelis gewandelt…
Seit diesem Jahr nutze ich eine Kombination aus Holzwolle und Standard-Anzündern. Da habe ich endlich eine Sorte gefunden, die super brennt. Häufig wollen die Grillanzünder ja nicht so richtig brennen….

Warum nur wenige Schichten Kohle in den Grill schichten?

Um die perfekte Glut zu bekommen, schichte ich nur 3-4 Lagen Kohle locker aufeinander und durchdringe sie mit Grillanzündern und Holzwolle. Dann mit einem Stabfeuerzeug anzünden.
Mit ist aufgefallen, dass der Holzkohlengrill viel zu heiß wird, wenn ich die Kohle höher stapele und dass sich die Glut schwieriger kontrollieren lässt. Natürlich sollte man auch darauf achten, wie viel man Grillen möchte und wie lange die Glut dafür benötigt wird. Aber zwischen den Gängen lässt sich ja auch noch Kohle nachfüllen.

Das Wichtigste für die perfekte Glut

Geduld! Mir ist echt häufig aufgefallen, dass die Glut erst so richtig perfekt wurde, als ich wir mit dem Essen schon fertig waren. Ich fand das immer doof, aber meine Freundin und ich essen beide gerne und sind ungeduldig, wenn wir hungrig sind.

Jetzt diszipliniere ich mich immer selbst, indem ich den Grill anzünde und dann erstmal den Garten gieße oder noch Sachen mache. Mit meiner Variante des Grillanzündens muss man auch nicht immer etwas tun oder dabei bleiben, da macht der Kohlegrill das eigentlich von alleine. Wenn ich dann nach ner knappen halben Stunde wiederkomme, ist die Kohle meistens schön angeglommen und hat diese „weiße Schicht“ auf den Briketts, die alle immer als „die perfekte Glut“ betrachten.

Gestern hatte ich endlich die perfekte Glut, doch dann…

…gestern beim Grillen…

Endlich habe ich die perfekte Glut hinbekommen gestern und das Steak fing schön an zu brutzeln… Dann bin ich leider versehentlich in eine Nacktschnecke getreten, die über meine Terrasse gerobbt ist. (Memo an mich selbst: Nächstes Mal Schuhe tragen. Ist übrigens auch sicherer beim Grillen mit Holzkohle, weil die Funken fliegen können.)

Bis ich den Fuß sauber hatte (das dauert länger, als ihr denken würdet), war das Fleisch dummerweise angekohlt… …. Ja, wir haben das Steak noch gegessen – es war ja im Einkauf teuer – geschmeckt hat es auch noch… irgendwie. Aber schon ein wenig traurig: für das Steak, meine Freundin, für mich, aber besonders für die arme Nacktschnecke.

Vielleicht hat es das Tier ja wenigstens überlebt. Als ich nach dem essen zurück zum Grill gekommen bin, war die Schnecke weg…