Hohe Inflation: Gemüse selbst züchten und Selbstversorger werden und Geld sparen – kann das klappen? 

Es ist Inflation und die Lebensmittelpreise steigen höher und höher. Jetzt fragen sich viele Menschen: Kann man Geld sparen, wenn man sein Gemüse selbst züchtet und Selbstversorger wird? Kann es wirklich klappen, durch Selbstversorgung unabhängig von Einkäufen aus dem Supermarkt zu werden? Ich hatte schon einmal einen Beitrag zur Selbstversorgung geschrieben, damals waren die Preise für Lebensmittel allerdings noch nicht dermaßen gestiegen; und man weiß ja nicht, wo das noch hinführen soll. Klar ist: Wer einen Garten hat, kann mit Zeit, Mühe und besonders Know-How Selbstversorger werden und das Geld für viele Lebensmittel sparen. Aus meiner Sicht sind Wissen und Fläche bei der Selbstversorgung die wichtigsten Faktoren. Je mehr Du weißt, umso weniger Kosten hast Du und um so bessere „Produktionsergebnisse“ kannst Du erwirtschaften. Nach meinem dritten Gartenjahr weiß ich, dass der Fehler im Detail liegt. Inzwischen bin ich sehr froh, dass ich meinen Beruf nicht bereits im ersten Jahr „an den Nagel gehängt“ habe, um mich als Selbstversorger zu etablieren. Naja. Zumindest wäre ich in Jahr drei dann deutlich schlanker … mindestens. Eher wäre ich verhungert und hätte noch Geld mitgebracht – was aber insbesondere an unserer mehr als unwirtschaftlichen Hühnerhaltung liegt. Wenn Du Dich jetzt der Inflation entgegenstellen willst, indem du Selbstversorger wirst, gebe ich Dir folgend einige Erfahrungen und Gedanken mit. 

Selbstversorger sind meistens schlank!
Auf Instagram bin ich einige Selbstversorger-Accounts gefolgt. Beispielsweise auch diesem Don Giardino. Er hat ein Buch über Selbstversorgung* geschrieben und meinte in einem Interview, er habe seit Jahren kaum ein Lebensmittel hinzugekauft. Aber er ist auch wirklich schlank! Jetzt kann man natürlich sagen: Er ist schlank, weil er so gesund isst. Oder einfach etwas weniger?! Das müsste man ihn selbst fragen. 

Selbstversorgung wird in Büchern und Blogs bagatellisiert
Ein Selbstversorger-Buch, das wir uns tatsächlich gekauft haben, ist das Buch Homefarming* von Judith Rakers, der bekannten Tagesschau-Sprecherin. Es ist hübsch aufgemacht und hat viele bunte Bildchen, doch es kratzt dann doch sehr an der Oberfläche. Die Dame hat gänzlich bei mir verloren, als ich ihren Podcast gehört habe und es dort sinngemäß hieß: Hühnerhaltung ist sehr einfach. Ihr braucht nur 4 Hennen, nicht mehr als 15 Minuten Zeit am Tag und eigentlich läuft alles von selbst. Ich unterstelle Ihr keinen bösen Willen. Sie hatte mit ihren Hühnern bisher nur einfach Glück und konnte so, in den ! drei ! Jahren, die sie bisher Hühner hält, vernichtende Probleme wohl umgehen.

Judith Rakers hatte mit ihren Hühnern wohl ebenso Glück, wie ich mit meinen Tomaten im ersten Jahr. In 2020 hatte ich einfach überhaupt keine Ahnung und habe massenweise Tomaten geerntet.

Heir ein Bild von meinem ersten Tomatenwald im August 2020

Das ist mir im Jahr danach nicht wieder gelungen, weil die Wetterbedingungen für die Tomatenernte 2021 mit dem nassen Sommer einfach katastrophal waren. 2021 sind mir alle Tomaten vergammelt. Aus Frust habe ich darüber nichts geschrieben. … AHA… natürlich schreiben die Leute kaum darüber, was alles schief gehen kann..

Und viele haben halt einfach Glück. Aber auf Glück sollte man seinen Tagesbedarf an Nahrung vielleicht nicht aufstellen und auch keinen Plan gegen die hohe Inflation schmieden. 

Auf Instagram, Facebook und – wie wir sehen – auch in Büchern, wird das Thema (meine Meinung!) bagatellisiert und vereinfacht dargestellt. Dann kann das mit Glück auch schon mal funktionieren. Mit Glück kann ein Affe aber auch ein Flugzeug fliegen, wenn man ihm zeigt, wie er den Steuerknüppel halten muss – ohne dass er die geringste Ahnung von Aerodynamik hat. Und dann kommt das Luftloch.

Somit hat das Studium zum Landwirt wohl doch irgendwie eine Berechtigung – das sind nämlich die „echten Selbstversorger“, die auch wirklich von ihrer Arbeit leben. 

Fazit: Selbstversorgung ist eine Aufgabe für Draufgänger
Ich habe inzwischen die Erfahrung gemacht, dass man viel Leergeld zahlen muss auf dem Weg zum ertragreichen Gardening, wenn man das Thema NICHT studiert hat. Ich merke, dass sich unser Know-How sich schon mit jeder Saison verbessert – aber im letzten Jahr hatte ich bei Tomaten auch einen Totalausfall.

Bobs Fazit:
Selbstversorgung gegen die Inflation – Geld sparen mit Gemüseanbau: Eine Aufgabe für todesmutige Draufgänger mit reichlich  Freizeit. 

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